Als ich die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes bekommen habe, war eine meiner ersten Fragen:
Warum gerade ich?
Ich habe überlegt, ob ich etwas falsch gemacht habe oder ob ich es hätte verhindern können. Heute weiß ich: Es gibt nicht den einen Grund. Aber es gibt Faktoren, die das Risiko erhöhen können. Und genau die schauen wir uns hier an – verständlich und ohne komplizierte Fachbegriffe.
Was grundsätzlich im Körper passiert
In der Schwangerschaft verändert sich dein Körper stark, vor allem hormonell. Ein wichtiger Punkt dabei ist: Dein Körper reagiert weniger empfindlich auf Insulin. Das ist erstmal ganz normal und passiert bei jeder Schwangeren.
Normalerweise gleicht der Körper das aus, indem er mehr Insulin produziert. Wenn das nicht ausreichend gelingt, steigt der Blutzucker – und es entsteht ein Schwangerschaftsdiabetes.
Diese Faktoren können das Risiko erhöhen
Es gibt einige Dinge, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen können. Wichtig ist aber:
Sie sind keine Garantie.
Und sie bedeuten nicht, dass du etwas falsch gemacht hast.
Diabetes in der Familie
Wenn Eltern oder Geschwister Diabetes haben, kann dein Körper:
- weniger empfindlich auf Insulin reagieren
- oder nicht genug Insulin produzieren
Oft merkt man das erst in der Schwangerschaft.
Alter
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko etwas.
Vor allem ab Mitte 30 wird der Stoffwechsel oft empfindlicher.
Gewicht und Stoffwechsel
Übergewicht kann eine Rolle spielen, weil:
- der Körper stärker auf Insulin reagieren muss
- die Insulinwirkung zusätzlich abgeschwächt wird
Wichtig dabei: Auch Frauen mit normalem Gewicht können Schwangerschaftsdiabetes bekommen.
Frühere Schwangerschaft
Wenn du schon einmal Schwangerschaftsdiabetes hattest, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er wieder auftritt.
Starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
Eine schnelle oder sehr starke Gewichtszunahme kann den Stoffwechsel zusätzlich belasten.
Hormonelle oder gesundheitliche Faktoren
Dazu gehören zum Beispiel:
- bestimmte hormonelle Störungen
- Stoffwechselerkrankungen
- wenig Bewegung im Alltag
Rauchen
Was viele nicht wissen: Rauchen vor oder während der Schwangerschaft kann das Risiko erhöhen.
Das Zusammenspiel ist entscheidend
In den meisten Fällen ist es nicht nur ein einzelner Faktor.
Oft kommen mehrere Dinge zusammen, zum Beispiel:
- eine genetische Veranlagung
- die hormonellen Veränderungen der Schwangerschaft
- eine zusätzliche Belastung für den Stoffwechsel
Dann reicht die Insulinproduktion irgendwann nicht mehr aus.
Das Wichtigste für dich
- Du bist nicht schuld
- Du hättest es oft nicht verhindern können
- Und es gibt Wege, gut damit umzugehen
Wenn du gerade am Anfang stehst
Die größte Herausforderung war für mich nicht die Diagnose selbst, sondern der Alltag danach.
Was esse ich jetzt?
Wie streng muss ich sein?
Und wie schaffe ich es, mich dabei nicht komplett zu stressen?
Genau aus diesen Fragen heraus ist mein Buch „Süß genug für zwei“ entstanden. Ich habe darin meine Erfahrungen, Routinen und alltagstauglichen Strategien gesammelt – so, wie ich sie mir am Anfang selbst gewünscht hätte.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, findest du dort viele praktische Ansätze, die dir den Umgang mit Schwangerschaftsdiabetes erleichtern können. Es ist kein medizinischer Ratgeber (bin ja auch keine Ärztin), sondern mein persönlicher Weg mit der Erkrankung. Zum Beispiel erzähle ich dir auch, wie ich mich dabei fühlte in der Öffentlichkeit zu spritzen oder berichte über meine Schuldgefühle auf Familienfeiern, wenn extra etwas für mich zubereitet wurde, was ich dann doch nicht essen durfte…


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