
Schwangerschaftsdiabetes kann jede werdende Mutter treffen – selbst wenn man, wie ich, gesund lebt und keine familiäre Vorbelastung hat. Als ich meine Diagnose erhielt, war das ein großer Schock. Ich wusste nicht, was das für meine Schwangerschaft und mein Baby bedeuten würde und musste mich schnell an einige große Veränderungen gewöhnen.
Hier ist mein Weg mit Schwangerschaftsdiabetes – von der Diagnose über den Alltag mit Insulin bis hin zur Geburt und dem Gefühl der Erleichterung, als die Krankheit wieder verschwand.
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Diagnose: Der erste Schock
Beim ersten Glukosetoleranztest beim Frauenarztwar sofort klar, dass etwas nicht stimmte. Doch erst der große Zuckertest brachte die endgültige Gewissheit, und es ging direkt weiter zum Diabetologen. Die Diagnose kam für mich völlig unerwartet, da ich gesund bin und niemand in meiner Familie an Diabetes leidet. Plötzlich hatte ich Sorgen um mein Baby und mich selbst und eine Reihe neuer Fragen im Kopf: Welche Risiken gab es für mein Kind? Würde ich die Diabetes wieder loswerden? Und wie würde mein Alltag aussehen?
Was ist Schwangerschaftsdiabetes?
Schwangerschaftsdiabetes (medizinisch „Gestationsdiabetes“ genannt) ist eine Form von Diabetes, die sich während der Schwangerschaft entwickelt. Anders als die dauerhaften Diabetes-Typen 1 und 2 ist Schwangerschaftsdiabetes oft nur vorübergehend. Er entsteht, weil die Schwangerschaftshormone die Wirkung des körpereigenen Insulins beeinträchtigen, wodurch der Blutzuckerspiegel ansteigen kann.Normalerweise reguliert das Hormon Insulin den Blutzucker, indem es dafür sorgt, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt. In der Schwangerschaft produziert der Körper zusätzliche Hormone, die die Insulinwirkung hemmen, um sicherzustellen, dass das Baby ausreichend Zucker und Nährstoffe erhält. Bei manchen Frauen führt das jedoch dazu, dass der Körper den Blutzucker nicht mehr richtig regulieren kann, wodurch der Blutzuckerspiegel gefährlich hoch ansteigt.Schwangerschaftsdiabetes tritt meist im zweiten Trimester auf und wird durch einen Glukosetoleranztest diagnostiziert. Nach der Geburt verschwindet er in den meisten Fällen wieder. Eine gute Kontrolle der Blutzuckerwerte ist wichtig, um Risiken für Mutter und Kind zu minimieren, etwa die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen während der Geburt oder ein höheres Geburtsgewicht des Babys.
Alltag und Ernährungsumstellung: Ein Balanceakt
Mit der Diagnose stand eine komplette Ernährungsumstellung bevor. Meine Form des Schwangerschaftsdiabetes war relativ stark, und so musste ich fast vollständig auf Zucker und Kohlenhydrate verzichten, sogar auf Fruchtzucker. Für mich bedeutete das, dass normale Nudeln durch kleine Mengen Vollkornnudeln ersetzt wurden, statt meines Müslis mit frischem Obst und Milch (Milchzucker!) gab es zum Frühstück Eiweißbrot mit Käse. Statt Reis kochte ich nun Linsen.
Neben der Ernährung half mir Bewegung sehr – ich machte regelmäßig Aquagymnastik und ging viel spazieren, um meinen Blutzuckerspiegel so stabil wie möglich zu halten. Trotzdem schaffte ich es leider nicht, meinen Blutzucker allein durch Ernährung und Bewegung in den Griff zu bekommen: Ich musste Insulin spritzen.
Medizinische Betreuung und Insulintherapie
Da meine Ernährungsanpassung nicht ausreichte, wurde Insulin notwendig. Ich war gefühlt täglich bei Ärzten. Denn auch das Insulin musste ja erstmal richtig eingestellt werden. Die ständige medizinische Überwachung war herausfordernd, aber auch hilfreich.
Da ich nun zudem als Risikoschwangere galt, waren regelmäßige CTGs beim Frauenarzt Pflicht, um die Gesundheit meines Babys zu überwachen. Das brachte zwar Sicherheit, war jedoch auch anstrengend. Die zahlreichen Arztbesuche und die zusätzlichen Termine wurden zu einem festen Bestandteil meines Alltags.
Ständige Blutzuckerkontrollen: Eine nervenzehrende Routine
Körperlich hatte ich zum Glück keine Symptome durch die Diabetes. Trotzdem war die ständige Kontrolle der Blutzuckerwerte eine Belastung. Ich musste morgens nüchtern messen, dann vor jeder Mahlzeit und noch einmal eine Stunde nach dem Essen. Diese Routine war zwar nötig, um die Werte im Blick zu behalten, wurde aber schnell anstrengend.
Das Stechen mit der Insulinnadel in Bauch und Oberschenkel war zudem etwas, woran ich mich nie vollständig gewöhnt habe. Besonders beim Insulinspritzen in den Bauch blieb das Gefühl unangenehm. Aber: Alles tat ich für mein Baby, und das war die beste Motivation.
Niemand ist schuld am Schwangerschaftsdiabetes!
Was mir wichtig ist, an andere werdende Mamas weiterzugeben: Schwangerschaftsdiabetes kann jede von uns treffen, auch wenn man vorher gesund und fit war. Selbst wenn man sich regelmäßig bewegt und auf eine gute Ernährung achtet. Man ist nicht „schuld“ an dieser Diagnose! Die Diabetes kann durch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft entstehen, ohne dass man sie selbst beeinflussen kann. Diese Akzeptanz hat mir geholfen, die Belastungen leichter zu nehmen und die Krankheit anzunehmen.
Vor der Geburt: Kolostrum ausstreichen!
Leidet man unter Schwangerschaftsdiabetes besteht die Möglichkeit, dass das Baby direkt nach der Geburt unterzuckert. Daher riet mir meine Frauenärtzin bereits vor der Geburt Kolostrum aus der Brust auszustreichen. Schon während der Schwangerschaft bildet sich diese „Vormilch“ in der Brust. Das Kolostrum kann dann – im Fall der Fälle – dem Baby direkt in den Mund geträufelt werden, wenn es zB nicht direkt an der Brust trinken mag. Also fing ich so circa zwei Wochen vor dem ET an, meine Brust zu massieren und versuchte, Kolostrum auszustreichen. Das geling nicht direkt, aber je öfter man massiert, desto besser klappts! Unten findest du eine Liste mit meinen Gadgets dazu 🙂
Die Geburt und ein neuer Anfang
Am Tag des errechneten Geburtstermins wurde ich aufgrund der Schwangerschaftsdiabetes im Krankenhaus eingeleitet. Wir fuhren ziemlich unbedarf in die Klinik und dachten „heute Abend halten wir unser Kind in den Armen!“ Es kam aber alles anders: Nach vielen erfolglosen Einleitungsversuchen verbrachte ich ganze fünf Tage im Krankenhaus und bekam schließlich einen Kaiserschnitt. Schon wenige Tage vor der Geburt merkte ich, dass mein Blutzuckerspiegel wieder anfing, sich zu normalisieren – er sackte häufiger ab, was ein gutes Zeichen war.
Die Freude war riesig, als ich erfuhr, dass mein Sohn gesund war und mein Blutzucker normalisiert. Die Schwangerschaftsdiabetes war, wie vom Arzt prognostiziert, nach der Geburt „wie weggezaubert“.
Fazit: Gut betreut und vorbereitet durch die Schwangerschaftsdiabetes
Eine Schwangerschaftsdiabetes kann sehr belastend sein, doch mit der richtigen Betreuung und Disziplin bei Ernährung und Bewegung ist sie gut handhabbar. Rückblickend bin ich dankbar für die Unterstützung meines Frauenarztes und des Diabetologen – und auch für das Insulin, das letztendlich dazu beigetragen hat, dass ich und mein Baby gesund blieben.
Für alle, die selbst mit Schwangerschaftsdiabetes konfrontiert werden: Mit Geduld und der richtigen Betreuung kann man die Herausforderung gut meistern. Und am Ende steht das größte Glück: die Gesundheit des Babys und das Ende der Diabetes
Diese Zeit kann unglaublich herausfordernd sein – körperlich und emotional. Genau deshalb habe ich mein Buch „Süß genug für zwei“ geschrieben: mit ehrlichen Erfahrungen, praktischen Tipps und allem, was mir im Alltag wirklich geholfen hat.
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Hilfreiches und Tipps:
- Insulin und Kolostrum muss gekühlt werden! Daher hatte ich diese kleine Kühltasche für das Insulin bei Reisen mit und in dieser Kühltasche transportierten wir auch das gesammelte Kolostrum ins Krankenhaus.
- Mit diesen Sammlern habe ich mein Kolostrum gesammelt.
- Vergiss nicht, die Spritzen mit deinem Kolostrum alle einzeln mit deinem Namen und dem Datum zu versehen! Im Krankenhaus hast du dann wenig Einfluss, wie die Spritzen gelagert werden. Ich hatte Angst vor der Verwechslungsgefahr!


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